Offener Brief an Steffen Gabe

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Am 23. April 2018 erschien ein Interview mit dem Anklamer Bürgermeisterkandidaten Steffen Gabe. Wir haben in Reaktion auf seine Äußerungen zum Demokratiebahnhof einen offenen Brief verfasst, den wir an dieser Stelle gerne mit euch teilen wollen.

Offener Brief an Steffen Gabe vom 26. April 2018
CDU Gemeindeverband Anklamer Land

Sehr geehrter Herr Gabe,

Anfang dieser Woche lasen wir im Nordkurier ein Interview mit Ihnen zu Ihrer Bürgermeisterkandidatur. Hierauf möchten wir, das Team des Demokratiebahnhofs, nun mit einem offenen Brief reagieren und würden uns wünschen, dass wir miteinander ins Gespräch kommen.

In dem Interview sagen Sie, dass viele unsere Arbeit in Anklam kritisch sähen und „belegen“ dies mit der Aussage: „Was da jetzt passiert, geht so gar nicht.“ Es geht also so gar nicht, dass Ehrenamtliche seit rund vier Jahren mehrmals die Woche in Anklam Angebote, wie einen Bandproberaum, Siebdruck- und Nähworkshops für junge Menschen schaffen? Es geht so gar nicht, dass wir in städtischen Gremien, wie der AG Gesundheit und Prävention, aktiv sind und z.B. den Bewegungstag im Förderzentrum Biberburg mitorganisieren? Es geht so gar nicht, dass wir die Initiative für ein Jugendparlament in Anklam begleiten und junge Menschen ermutigen, unsere Gesellschaft mitzugestalten? Es geht so gar nicht, dass wir die Bürger und Bürgerinnen der Stadt Anklam zu einer gemeinsamen Müllsammelaktion rund um das Bahnhofsgebäude einladen? Es geht so gar nicht, dass wir Bauwochen organisieren, HandwerkerInnen bezahlen und ein Gebäude zum Leben erwecken, was sonst wie so viele andere Häuser in der Stadt dem Zerfall ausgesetzt gewesen wäre? Es geht so gar nicht, dass wir Preise für unser außerordentliches Engagement gewinnen und diese komplett in Baumaßnahmen im Bahnhof investieren?

Was daran „geht so gar nicht“? Nichts. Außer Sie wünschen sich für die Stadt Anklam weiterhin ein leerstehendes Bahnhofsgebäude, Kinder und Jugendliche, die mit ihren Problemen und Wünschen allein gelassen werden oder auch eine Stadt, die sich nicht offen gegen rechtsextreme Strukturen wehrt? Unterzeichneten Sie die Stellungnahme der Stadtvertretung zum Anschlag auf den Demokratiebahnhof am 10.06.2017 in Anklam nicht aus Überzeugung? Wir sind noch immer der Meinung, dass Anklam auch in Zukunft ein Ort sein soll, in dem Menschen unterschiedlichster Hautfarben und Religionen friedlich miteinander leben können. Dafür stehen wir mit unserer offenen Kinder- und Jugendarbeit ein, dafür sind wir in dieser Region, die junge Menschen wie uns braucht, aktiv.

Ihre Ideen für das Gebäude sind sicherlich interessant und auch wir wünschen uns, dass es weiterhin einen Fahrkartenschalter gibt. Auch eine Stadtinformation oder ein Imbissangebot sind in unserem Sinne, aber füllen Ihre Ideen ein Gebäude dieser Fläche? Unsere Ideen ja, aber unsere finanziellen Mittel reichen aktuell nicht aus, um alles umzusetzen.
Wir würden uns freuen, wenn Sie diesen Brief als Anlass nehmen, um mit uns auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen. Vielleicht werden Sie dann sehen, dass wir Vorpommern nur weiter entwickeln können, wenn wir als Gesellschaft zusammenstehen. In diesem Sinne erwarten wir eine Rückmeldung von Ihnen.

Mit besten Grüßen
das Team des Demokratiebahnhofs

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